Donnerstag, 17. Oktober 2013

Rundreise

Hallo meine Lieben!

Leider war ich die letzten Tage schon wieder krank und komme erst jetzt dazu, meinen nächsten Post zu schreiben. Ich hoffe, ihr hattet Geduld mit mir. Heute soll es dafür richtig los gehen!
Da ich mittlerweile schon seit sieben Wochen in Togo lebe und ich in dieser Zeit schon so viel erlebt habe, möchte ich einfach von vorne beginnen und Stück für Stück erzählen.

Alles begann am 25. August. Es war ein Sonntag und ich stand mit meiner Familie um 3 Uhr früh auf, um mit dem Zug nach München zu fahren, von wo aus unser Flug gehen sollte. Falls ihr euch wundert, ja "unser" Flug, denn die ersten zwei Wochen sollte ich nicht alleine in Togo verbringen, sondern mit einer 8-köpfigen Reisegruppe des CVJM Fürth ( bzw. Bindlach ;) zu der auch meine Familie gehörte.
Unser mehrstündiger Flug mit Umstieg in Brüssel und Zwischenlandung in Abidjan ( Elfenbeinküste) verlief ruhig und alles klappte zum Glück reibungslos.
Endlich in Lomé, der Hauptstadt Togos, angekommen, empfingen uns freundlich die Verantwortlichen des CVJM Togo und die allgegenwärtige warm-feuchte Luft, die uns im ersten Moment zu erdrücken schien. Doch genau wie man sich an die Luft gewöhnte, wurden auch schnell alle möglichen Krabbeltierchen, wie Ameisen, Spinnen, Gottesanbeterinnen, Geckos usw. zu unserem Alltag.
                                                                 

Die ersten zwei Nächte verbrachten wir in Bagbé. Einem außerhalb von Lomé gelegenem Centrum für Tagungen oder sonstige Treffen und ebenfalls Standort eines landwirtschaftlichen Entwicklungsprojektes des CVJM. Die Zimmer waren sehr sauber und jeweils mit eigener Dusche und WC ausgestattet. Großer Luxus, wie wir schon kurze Zeit später feststellen mussten... Wir fühlten uns alle sehr wohl in Bagbé, vorallem weil es sehr leckeres Essen gab, allerdings noch gar nicht so togolesisch, wie ich jetzt weiß ;)
Am zweiten Tag hier, machten wir einen Ausflug zum höchsten Berg Togos, dem Mont Ague, von dem aus man tatsächlich eine wunderschöne Aussicht hatte.
                                                                 
Unsere Rundreise führte uns jedoch weiter in den Norden, nämlich in die Stadt Atakpamé. Hier erwischte einen Teil der Gruppe jedoch schon am ersten Tag die sogenannte "Touristenkrankheit" - darunter auch ich. Mit Fieber und D******** lag ich drei Tage ans Bett und die Toilette gefesselt in unserer Unterkunft und konnte leider nicht miterleben, was die Gruppe in dieser Zeit machte. Doch glücklicherweise ging es gegen Ende unseres Aufenthalts in Atakpamé etwas aufwärts mit der Gesundheit, sodass ich die Fahrt weiter nach Sokodé, gut überstand.
In Sokodé, einer Stadt, relativ nördlich und sehr stark muslimisch geprägt, taten wir uns mit einer Gruppe CVJM Mitglieder aus Togo zusammen. Gemeinsam erlebten wir eine extrem emotionale, anstrengende aber auch sehr lehrreiche Zeit. Zum Beispiel besuchten wir zwei Waisenhäuser, von denen das eine etwas außerhalb der Stadt, in einem sehr armen Viertel stand.

Waisenhaus "Espoire enfants"


Hier wurden wir herzlich mit lauter Stammesmusik und auch einer Vorstellung der animistischen Kultur begrüßt. Unvorbereitet, wie wir waren, traf es uns ziemlich, als wir zu schauen mussten, wie ein kleines Mädchen in eine Schüssel voll Scherben gestellt wurde und darin tanzen sollte... Niemand wurde verletzt, aber die Andersartigkeit dieser Kultur hatte uns doch ganz schön erschreckt.

Zum Glück machten wir im zweiten Waisenhaus sehr gute Erfahrungen, wo wir lange mit aidskranken Kindern spielten und uns ihr Lachen wieder Mut und Hoffnung gab. Denn obwohl es schwer zu glauben ist, so können die Kinder hier, auch wenn ihr Situation noch so hoffnungslos scheinen mag, doch trotzdem so leicht zufrieden und fröhlich sein.
                                                             
Ein weiterer Höhepunkt hier im Norden war der Ausflug zu einem wunderschönen Wasserfall, der zwischen Sokodé und der Stadt Kara liegt. Zu Fuß ( das heißt in dem Fall barfuß, da es regnete und die Wege überflutet waren) liefen wir 20 Minuten durch Felder, kleine Flüsse und ein Stück des Regenwaldes, bis wir das Bassin des Wasserfalls erreichten. Da wir eh schon nass waren, sprangen ein paar von uns zum planschen in das Becken, doch schon kurze Zeit später schüttete es so stark, dass wir beschlossen unsere durchweichten Körper lieber wieder zu den Autos zu schleppen. Aber es war auf alle Fälle ein spannendes Erlebnis barfuß irgendwo durch die togolesische Pampa zu waten.

                                                    



Kurze Zeit später ging es wieder zurück Richtung Süden, denn die ersten zwei Wochen neigten sich schon dem Ende zu. Die letzten beiden Nächte verbrachten wir noch einmal entspannt in Bagbé, besuchten tagsüber den "Grand Marché" in Lomé und ließen unsere Zeit, die so voll gepackt war mit aufreibenden, erschreckenden, schönen und prägenden Erlebnissen, noch gemeinsam ausklingen.

Am Sonntag den 8.September war es dann soweit. Meine Familie und die restliche Gruppe flog wieder zurück nach Deutschland, im Gepäck allerhand zu erzählen. Zusammen mit Bina, meiner Volontärskollegin, bin ich hier geblieben, in Togo, einer anderen Realität. Der Beweis dafür: Während Bina nun endlich in ihre Gastfamilie konnte, musste ich not untergebracht werden, bei einem der UCJGler, da meine Gastschwester noch irgendwo landeinwärts wegen einer Autopanne ( nichts ungewöhnliches) fest hing. Die erste Nacht war hart, ein Jahr hatte ich noch vor mir, in dieser komplett anderen Welt...

Ob tatsächlich alles so schlimm war? ;) Oder ich mich doch einleben konnte, erfahrt ihr nächstes mal.
Bis dahin, allerliebste Grüße aus Lomé!
Eure Jana

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Internet!!

EEEEeeeendlich, nach fast 6 Wochen habe ich Internet!!! Und zwar so gutes Internet, dass ich meinen Blog schreiben kann. Am liebsten würde ich grade laut schreien :D

Also an alle, mir geht es gut. Ich habe mich schon super in Togo eingelebt und jeden Tag erlebe ich neue, spanndende Sachen, die ich ab jetzt hier mit euch teilen werde.

Da ich allerdings bis eben schon lange zeit damit verbracht habe, mein Internet ingang zusetzten kommt der erste richtige Eintrag erst in den nächsten Tagen. Bis dahin, bleibt gespannt.

Allerliebste Grüße aus dem warm-feuchten Togo,
eure Jana