Leider war ich die letzten Tage schon wieder krank und komme erst jetzt dazu, meinen nächsten Post zu schreiben. Ich hoffe, ihr hattet Geduld mit mir. Heute soll es dafür richtig los gehen!
Da ich mittlerweile schon seit sieben Wochen in Togo lebe und ich in dieser Zeit schon so viel erlebt habe, möchte ich einfach von vorne beginnen und Stück für Stück erzählen.
Alles begann am 25. August. Es war ein Sonntag und ich stand mit meiner Familie um 3 Uhr früh auf, um mit dem Zug nach München zu fahren, von wo aus unser Flug gehen sollte. Falls ihr euch wundert, ja "unser" Flug, denn die ersten zwei Wochen sollte ich nicht alleine in Togo verbringen, sondern mit einer 8-köpfigen Reisegruppe des CVJM Fürth ( bzw. Bindlach ;) zu der auch meine Familie gehörte.
Unser mehrstündiger Flug mit Umstieg in Brüssel und Zwischenlandung in Abidjan ( Elfenbeinküste) verlief ruhig und alles klappte zum Glück reibungslos.
Endlich in Lomé, der Hauptstadt Togos, angekommen, empfingen uns freundlich die Verantwortlichen des CVJM Togo und die allgegenwärtige warm-feuchte Luft, die uns im ersten Moment zu erdrücken schien. Doch genau wie man sich an die Luft gewöhnte, wurden auch schnell alle möglichen Krabbeltierchen, wie Ameisen, Spinnen, Gottesanbeterinnen, Geckos usw. zu unserem Alltag.
Am zweiten Tag hier, machten wir einen Ausflug zum höchsten Berg Togos, dem Mont Ague, von dem aus man tatsächlich eine wunderschöne Aussicht hatte.
Unsere Rundreise führte uns jedoch weiter in den Norden, nämlich in die Stadt Atakpamé. Hier erwischte einen Teil der Gruppe jedoch schon am ersten Tag die sogenannte "Touristenkrankheit" - darunter auch ich. Mit Fieber und D******** lag ich drei Tage ans Bett und die Toilette gefesselt in unserer Unterkunft und konnte leider nicht miterleben, was die Gruppe in dieser Zeit machte. Doch glücklicherweise ging es gegen Ende unseres Aufenthalts in Atakpamé etwas aufwärts mit der Gesundheit, sodass ich die Fahrt weiter nach Sokodé, gut überstand.
In Sokodé, einer Stadt, relativ nördlich und sehr stark muslimisch geprägt, taten wir uns mit einer Gruppe CVJM Mitglieder aus Togo zusammen. Gemeinsam erlebten wir eine extrem emotionale, anstrengende aber auch sehr lehrreiche Zeit. Zum Beispiel besuchten wir zwei Waisenhäuser, von denen das eine etwas außerhalb der Stadt, in einem sehr armen Viertel stand.
| Waisenhaus "Espoire enfants" |
Hier wurden wir herzlich mit lauter Stammesmusik und auch einer Vorstellung der animistischen Kultur begrüßt. Unvorbereitet, wie wir waren, traf es uns ziemlich, als wir zu schauen mussten, wie ein kleines Mädchen in eine Schüssel voll Scherben gestellt wurde und darin tanzen sollte... Niemand wurde verletzt, aber die Andersartigkeit dieser Kultur hatte uns doch ganz schön erschreckt.
Zum Glück machten wir im zweiten Waisenhaus sehr gute Erfahrungen, wo wir lange mit aidskranken Kindern spielten und uns ihr Lachen wieder Mut und Hoffnung gab. Denn obwohl es schwer zu glauben ist, so können die Kinder hier, auch wenn ihr Situation noch so hoffnungslos scheinen mag, doch trotzdem so leicht zufrieden und fröhlich sein.
Ein weiterer Höhepunkt hier im Norden war der Ausflug zu einem wunderschönen Wasserfall, der zwischen Sokodé und der Stadt Kara liegt. Zu Fuß ( das heißt in dem Fall barfuß, da es regnete und die Wege überflutet waren) liefen wir 20 Minuten durch Felder, kleine Flüsse und ein Stück des Regenwaldes, bis wir das Bassin des Wasserfalls erreichten. Da wir eh schon nass waren, sprangen ein paar von uns zum planschen in das Becken, doch schon kurze Zeit später schüttete es so stark, dass wir beschlossen unsere durchweichten Körper lieber wieder zu den Autos zu schleppen. Aber es war auf alle Fälle ein spannendes Erlebnis barfuß irgendwo durch die togolesische Pampa zu waten.
Kurze Zeit später ging es wieder zurück Richtung Süden, denn die ersten zwei Wochen neigten sich schon dem Ende zu. Die letzten beiden Nächte verbrachten wir noch einmal entspannt in Bagbé, besuchten tagsüber den "Grand Marché" in Lomé und ließen unsere Zeit, die so voll gepackt war mit aufreibenden, erschreckenden, schönen und prägenden Erlebnissen, noch gemeinsam ausklingen.
Am Sonntag den 8.September war es dann soweit. Meine Familie und die restliche Gruppe flog wieder zurück nach Deutschland, im Gepäck allerhand zu erzählen. Zusammen mit Bina, meiner Volontärskollegin, bin ich hier geblieben, in Togo, einer anderen Realität. Der Beweis dafür: Während Bina nun endlich in ihre Gastfamilie konnte, musste ich not untergebracht werden, bei einem der UCJGler, da meine Gastschwester noch irgendwo landeinwärts wegen einer Autopanne ( nichts ungewöhnliches) fest hing. Die erste Nacht war hart, ein Jahr hatte ich noch vor mir, in dieser komplett anderen Welt...
Ob tatsächlich alles so schlimm war? ;) Oder ich mich doch einleben konnte, erfahrt ihr nächstes mal.
Bis dahin, allerliebste Grüße aus Lomé!
Eure Jana
Hallo Jana. Danke für diesen Blog. So kann ich dich wenigstens in Gedanken begleiten. Neben dem Abenteuer (so klingt dein Bericht manchmal), ist sicher auch viel Arbeit und Anstrengung dabei. Deshalb ist es wichtig, dass du nicht allein ist. Ich bin fest überzeugt, dass Gott bei dir ist. Und in Gedanken bin ich auch bei dir. Gott segne dich und deine Arbeit.
AntwortenLöschenFrank